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Ein Garten als Teil des internationalen Färbergarten-Netzwerkes „sevengardens“

IMG 20190402 111206 Färberpflanzen gehörten bis zur Erfindung der chemischen Farben zum Landschaftsbild unserer Kulturlandschaft, die durch unsere Landwirtschaft geprägt ist. Man baute also nicht nur Getreide, Gemüse und Faserpflanzen, wie Lein an sondern auch die dazugehörigen Färberpflanzen. Diese alten Kulturtechniken des Anbaus von Färberpflanzen sowie die Kenntnisse über die Herstellung und Verarbeitung von natürlichen Farben sind weitgehend in Vergessenheit geraten. Allenfalls in einer Hobbynische des Färbens von Wolle sind noch rudimentäres Wissen vorhanden. Ansonsten wurden in allen Bereichen des menschlichen Lebens die natürlichen Pflanzenfarben von den chemisch hergestellten Farben ersetzt, das gilt für den Schulmalkasten genauso wie für unsere bunte Kleidung und Lacke für die Industrie.

Wir möchten mit dem gemeinsamen Anbau von Färberpflanzen in einem Färbergarten das alte Kulturgut der Pflanzenfarben-Herstellung wieder aufleben lassen. Farben aus Pflanzen belasten nicht die Umwelt, wie chemisch hergestellte Farben, sie benötigen keine weiteren Ressourcen, belasten kein Grundwasser und die Reste der Farbherstellung können umweltschonend auf dem Kompost dem Nährstoffkreislauf wieder zugeführt werden. Die Farben können Schul-und Kindergartenkinder im Unterricht bedenkenlos verwenden, KünstlerInnen und HobbyhandwerkerInnen können damit malen, färben, batiken - selbst als Schminke sind Pflanzenfarben machbar. Es können daraus Aquarell-. Guache-, Ölfarben auf natürlicher Basis hergestellt, sowie Wachsmaler, Kreiden und Filzstifte kreiert werden. Dabei gibt es keine festen Rezepte, wie bestimmte Farben entstehen, vielmehr ist dies ein kreativer Prozess, denn, wie gesagt, das meiste Wissen ist tatsächlich verloren gegangen.

Faerben

Zur Herstellung dieser Farben benötigen wir alte Färberpflanzen, die zum Teil in der Natur wachsen, die aber auch im Färbergarten kultiviert werden. Dazu gehören zum Beispiel Rotkohl ( von dem die Hüllblätter als Pflanzenfarbe benötig, der Rest gegessen werden kann), Malven, Studentenblume und alte Färberpflanzen wie Färberkamille, Färberdistel, Färberwau. Alte Färberpflanzen sind in der Regel gute Bienenfutterpflanzen und so können Färbergärten nicht nur das Auge erfreuen sondern auch zu biologischen Vielfalt von Pflanzen und Insekten beitragen.

„sevengardens“ ist ein UNESCO-Projekt mit einem internationalen Netzwerk. Wir haben das Glück als „sevengardens dialoger“ zertifiziert worden zu sein, und möchten die Färbergartenidee weitertragen.